Im Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses in Zürich fällt der Fehler oft erst auf, wenn die ersten Bewohner reklamieren. Ein neuer Mitarbeitender wischt die Edelstahlfläche mit dem falschen Tuch, arbeitet mit ungeeignetem Mittel und hinterlässt Streifen. Was wie eine Kleinigkeit aussieht, kann Nacharbeit, Materialschäden und eine unnötige Eskalation mit der Verwaltung auslösen.
Genau dort zeigt sich, ob ein Betrieb über ein echtes Schulungskonzept für Reinigungsteams verfügt oder nur kurzfristige Einweisungen verteilt. In der Schweiz ist Weiterbildung breit verankert. 2021 nahmen 44,8 % der Bevölkerung zwischen 25 und 74 Jahren an Weiterbildung teil, während 43,8 % der Weiterbildungen länger als 40 Stunden dauerten und 20,6 % der Personen mit Weiterbildungsausgaben mehr als 1'000 Franken investierten. Diese Zahlen des Schweizer Weiterbildungskontexts machen deutlich, dass Lernen im Berufsalltag häufig mehrstufig und mit relevantem Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist.
Für Reinigungsunternehmen bedeutet das: Schulung darf nicht bei einem fünfminütigen Rundgang am Objekt enden. Sie muss zeigen, welche Arbeit in welcher Situation mit welchem Material ausgeführt wird, wie die Qualität kontrolliert wird und woran die Objektleitung erkennt, dass ein Mitarbeitender sicher selbstständig arbeiten kann.
Warum Reinigungsschulungen mehr brauchen als eine kurze Einweisung
Eine kurze Einweisung kann einen Rundgang erklären. Sie kann aber kaum sicherstellen, dass ein Quereinsteiger bei wechselnden Oberflächen, Zeitvorgaben und Kundenerwartungen dauerhaft richtig handelt. In der Unterhaltsreinigung führt das zu falscher Dosierung, ungeeigneten Tüchern oder ausgelassenen Kontrollpunkten. Die Fehlerquote steigt, Reklamationen nehmen zu und die Einarbeitung zieht sich hin.

Bei einer Baureinigung sieht das Schadensbild anders aus. Nach Bauarbeiten bleiben feiner Staub, Silikonreste oder Schutzfolien zurück. Wer die Reihenfolge nicht kennt, verteilt den Staub erneut, zerkratzt empfindliche Flächen oder übergibt Räume, die bei der Abnahme sichtbar nachbearbeitet werden müssen. Das Problem liegt dann nicht allein in der Ausführung, sondern in der fehlenden Lernstrecke zwischen Materialkunde, Arbeitsfolge, praktischer Übung und Kontrolle.
Praktische Regel: Wer nur erklärt, was zu tun ist, schult noch nicht, wie die Arbeit unter realen Bedingungen sicher gelingt.
In der Reinraumreinigung sind die Folgen noch unmittelbarer. Bewegungen, Kleidung, Materialführung, Hygiene und die korrekte Anwendung zertifizierter Mittel müssen zusammenpassen. Ein Mitarbeitender kann einzelne Handgriffe kennen und trotzdem den Prozess durch falsche Reihenfolge oder unkontrolliertes Verhalten gefährden. Für solche Einsätze braucht es wiederholbare Module, dokumentierte Freigaben und Beobachtung direkt am Arbeitsplatz.
Die Schweizer Reinigungsbranche verfügt dafür über einen institutionalisierten Rahmen. Die Zentralen und Regionalen Paritätischen Kommissionen organisieren Grundkurse zu Reinigungsmethoden und -techniken, Fachkurse, Arbeitssicherheits- und Managementkurse. In regionalen Arbeitssicherheitskursen werden unter anderem gesetzliche Grundlagen, persönliche Schutzausrüstung, Gefahrstoffe und Notfallverhalten behandelt. Für GAV-unterstellte Mitarbeitende ist die Teilnahme kostenlos, zusätzlich wird für einen ganztägigen Kurs eine Teilnahmeentschädigung von CHF 100 ausgerichtet, wie der Kursrahmen der paritätischen Kommissionen zeigt.
Ein durchdachtes Konzept zahlt auf drei Ebenen ein:
- Qualität: Standards werden nicht nur behauptet, sondern beobachtbar ausgeführt.
- Betrieb: Weniger Nacharbeit entlastet Objektleitungen und stabilisiert die Einsatzplanung.
- Nachweisbarkeit: Schulungen, Freigaben und Auffrischungen lassen sich gegenüber Kundschaft und Audits dokumentieren.
Wer geeignete Anbieter oder zusätzliche Fachkräfte vergleichen möchte, kann dafür auch eine Reinigungsliste von Magic Heidi als Marktübersicht nutzen. Entscheidend bleibt jedoch, ob der ausgewählte Betrieb seine Schulung mit dem konkreten Objekt, den Materialien und den vereinbarten Qualitätskennzahlen verbindet.
Zielgruppen und Lernziele sauber erfassen
Bevor ein Modul entsteht, muss die Zielgruppe präzise beschrieben werden. In der Praxis wird dieser Schritt oft übersprungen, weil ein bestehendes Schulungsdokument schnell angepasst wird. Das wirkt effizient, führt aber dazu, dass ein Quereinsteiger dieselben Inhalte erhält wie eine erfahrene Vorarbeiterin oder ein Mitarbeitender im pharmazeutischen Reinraum.
Starten Sie mit einer kurzen Ist-Aufnahme:
- Einsatz und Aufgabe: Wer arbeitet am Objekt, in welcher Schicht und mit welcher Verantwortung?
- Sprache und Verständlichkeit: Welche Sprachen werden gesprochen und gelesen? Braucht es Bilder, Demonstrationen oder mehrsprachige Unterlagen?
- Erfahrung: Welche Reinigungsarten, Maschinen, Chemikalien und Oberflächen kennt die Person bereits?
- Sicherheit: Welche Unterweisungen zu Gefahrstoffen, Schutzausrüstung und Notfällen liegen vor?
- Arbeitsrealität: Gibt es Zeitdruck, wechselnde Teams, dezentrale Standorte oder häufige Objektwechsel?
Ein Quereinsteiger in der Unterhaltsreinigung braucht zuerst Orientierung zu Material, Farbcodierung, Dosierung, Arbeitsreihenfolge und Verhalten beim Kunden. Eine erfahrene Vorarbeiterin im Facility Services benötigt dagegen eher Inhalte zu Qualitätskontrolle, Instruktion, Eskalation und Dokumentation. Ein Reinraummitarbeiter in der Pharma muss die validierte Arbeitsweise, die kontrollierte Materialführung und die spezifischen Freigabekriterien beherrschen.
Für die Praxis eignet sich das SMK-Muster. Es verbindet Situation, Massnahme und Kontrolle:
- Situation: In einem Büroobjekt wird ein Sanitärbereich nach der Belegung gereinigt.
- Massnahme: Die Mitarbeitende wählt das freigegebene Tuch, dosiert das Mittel korrekt und arbeitet in definierter Reihenfolge.
- Kontrolle: Die Objektleitung prüft sichtbare Rückstände, Geruch, Materialverträglichkeit und die dokumentierte Ausführung.
So entsteht ein Lernziel, das direkt mit Betriebskennzahlen verbunden werden kann. Ein Ziel wie „Sanitärreinigung verstehen“ bleibt zu unklar. Besser ist: „Die Mitarbeitende reinigt den Sanitärbereich nach dem freigegebenen Ablauf, verwendet die vorgesehenen Materialien und besteht die praktische Kontrolle ohne kritische Abweichung.“
Die folgende Vorlage lässt sich direkt in Schulungsunterlagen übernehmen:
| Profil | Voraussetzungen | Beispiel-Lernziel |
|---|---|---|
| Quereinsteiger Unterhaltsreinigung | Wenig Branchenerfahrung, praktische Einführung nötig | Reinigt definierte Büro- und Sanitärflächen nach Arbeitsfolge und meldet Material- oder Sicherheitsprobleme |
| Erfahrene Vorarbeiterin Facility Services | Gute Ausführungspraxis, Verantwortung für Team und Objekt | Kontrolliert Stichproben, dokumentiert Abweichungen und leitet gezielte Nachschulungen ein |
| Mitarbeitender Reinraum Pharma | Erfahrung mit kontrollierten Bereichen, objektspezifische Freigaben erforderlich | Führt die freigegebene Reinigung ohne Prozessabweichung aus und dokumentiert die Kontrolle vollständig |
Die Verbindung zwischen Reinigung, Betrieb und Eigentümerinteressen wird klarer, wenn die Verantwortlichen Facility Services gemeinsam definieren. Eine nützliche Grundlage bietet die Erklärung Was ist Facility Management. Sie hilft, Reinigung nicht isoliert, sondern als Teil der technischen, infrastrukturellen und organisatorischen Objektleistung zu betrachten.
Modulaufbau für Reinigungs- und Facility-Teams
Ein gutes Modul ist klein genug für den Arbeitsalltag und vollständig genug für eine verlässliche Ausführung. Jede Einheit sollte nach demselben Grundmuster funktionieren, damit Mitarbeitende wissen, was sie erwartet und Auditoren nachvollziehen können, wie Kompetenz aufgebaut wurde.
Der Ablauf besteht aus vier Bausteinen:
- Einstieg: Lernziel, Einsatzbereich und Zeitbudget klären.
- Theorieblock: Nur das notwendige Wissen vermitteln, unterstützt durch Bilder, Musterflächen und klare Beispiele.
- Praxisblock: Die Tätigkeit am realen Objekt oder an einer realitätsnahen Fläche durchführen.
- Vertiefung: Aufgabe im laufenden Einsatz, Beobachtung und kurzer Wissenscheck.
Ein Modul aus der Unterhaltsreinigung
Modul: Sanitärreinigung im Büroobjekt
Lernziel: Die Mitarbeitende führt die Reinigung materialgerecht, hygienisch und in der vereinbarten Reihenfolge aus.
Inhalte: Tuchsystem, Dosierung, Sanitärkeramik, Armaturen, Kontaktflächen, Boden und Schlusskontrolle.
Material: Freigegebene Tücher, Reinigungsmittel, Handschuhe, Warnsignal und Kontrollblatt.
Ablauf: Kurze Erklärung, Demonstration durch die Objektleitung, eigene Ausführung, Korrektur und Wissensfrage.
Prüffrage: Welche Fläche wird mit welchem Tuch bearbeitet, und woran erkennen Sie nach der Reinigung eine problematische Rückstandsbildung?
Die Praxisaufgabe darf nicht nur aus einer Vorführung bestehen. Der Mitarbeitende muss selbst handeln, Fehler machen dürfen und die Korrektur wiederholen. Erst dann zeigt sich, ob Wissen in eine sichere Bewegung und eine stabile Routine übergeht.
Für die Baureinigung wird dasselbe Grundmuster mit anderen Schwerpunkten verwendet. Das Modul kann die Reihenfolge von Grobstaub, Detailreinigung und Abnahmevorbereitung, den Schutz empfindlicher Oberflächen und den Umgang mit Restmaterial behandeln. Im Reinraum stehen dagegen kontrollierte Bewegungsabläufe, freigegebene Mittel, Materialschleusen, Kleidung und dokumentierte Freigaben im Vordergrund.
Eine einfache Baumstruktur für das Curriculum sieht so aus:
- Pflichtmodule
- Arbeitssicherheit und persönliche Schutzausrüstung
- Material- und Chemiekenntnisse
- Qualitätsstandard und Meldesystem
- Bereichsmodule
- Unterhaltsreinigung
- Baureinigung
- Reinraum- und Spezialreinigung
- Wahlmodule
- Glasreinigung
- Maschinenreinigung
- Kundenkommunikation
- Wiederholung
- Auffrischung nach Abweichungen
- Nachschulung bei Prozessänderungen
- Wiederholte praktische Freigabe für kritische Tätigkeiten
Für die digitale Ergänzung eignen sich digitale Checklisten für Reinigungsprozesse, sofern sie am Mobilgerät einfach bedienbar sind und nicht nur Papierformulare schlecht nachbilden. Bei der Gestaltung von Lernunterlagen kann ausserdem der MediClass Leitfaden als Anregung für klare, praxisnahe Ausbildungsbausteine dienen.
Methodenmix aus Theorie, Praxis, On-the-job und E-Learning
Kein Format allein bringt Reinigungskompetenz zuverlässig in den Betrieb. Theorie erklärt Zusammenhänge, Praxis trainiert Handgriffe, On-the-job-Coaching korrigiert Verhalten im echten Einsatz und E-Learning hält wiederkehrende Inhalte verfügbar. Wer nur ein Format nutzt, verschiebt die Schwäche lediglich an eine andere Stelle.
Theorie eignet sich für Chemie, Schutzausrüstung, Hygiene, Arbeitsabläufe und Managementsysteme. Inhalte zu ISO 9001 und ISO 14001 sollten dabei nicht als abstrakte Zertifizierungsbegriffe erscheinen, sondern mit konkreten Prozessfragen verbunden werden: Wie wird eine Abweichung gemeldet? Wo wird eine Kontrolle dokumentiert? Was passiert mit einem falsch eingesetzten Mittel?
Praxis ist unverzichtbar, wenn Bewegungen, Dosierung oder Materialwahl zählen. Mitarbeitende können einen Ablauf mündlich korrekt wiedergeben und ihn auf einer echten Oberfläche trotzdem falsch ausführen. Eine kontrollierte Übung vor dem ersten Kundeneinsatz reduziert dieses Risiko.
On-the-job-Coaching bringt die Schulung in die Realität. Die Objektleitung sieht, ob der Mitarbeitende unter Zeitdruck, bei Störungen oder in bewohnten Bereichen sauber arbeitet. Der Nachteil liegt im Ressourcenbedarf. Erfahrene Kräfte müssen Zeit einplanen, und die Begleitung darf nicht zur zufälligen Nebenaufgabe werden.
E-Learning eignet sich für kurze Wiederholungen, Bildkarten, Sicherheitsfragen und mehrsprachige Inhalte. Es ersetzt aber keine praktische Freigabe für Tätigkeiten, bei denen Material, Hygiene oder Prozessdisziplin entscheidend sind.
| Reinigungsbereich | Theorie % | Praxis % | On-the-job % | E-Learning % |
|---|---|---|---|---|
| Unterhaltsreinigung | 20 % | 30 % | 40 % | 10 % |
| Bauabschlussreinigung | 25 % | 25 % | 45 % | 5 % |
| Reinraumreinigung | 30 % | 25 % | 35 % | 10 % |
Diese Aufteilung ist kein starres Gesetz, sondern ein brauchbarer Startpunkt. In der Unterhaltsreinigung braucht es viel Begleitung im Objekt, weil Räume, Kundschaft und Tagesablauf wechseln. Bei der Bauabschlussreinigung ist die praktische Anwendung ebenfalls dominant, während die Theorie stärker auf Oberflächen, Rückstände und Abnahmebedingungen eingeht. Im Reinraum erhält die Theorie mehr Gewicht, weil Prozessverständnis und kontrolliertes Verhalten eng zusammengehören.
Bei mehrsprachigen Teams müssen E-Learning und Präsenztraining zusammenspielen. Bilder, kurze Videos und Demonstrationen helfen, dürfen aber nicht zur Ausrede werden, Sicherheitsinformationen unvollständig zu vermitteln. Entscheidend ist, dass die verantwortliche Person prüft, ob der Inhalt verstanden und praktisch umgesetzt wurde.
Trainingsplan Audit und Standard im Alltag verankern
Nach einer Reklamation stellt die Objektleitung oft fest, dass eine Einweisung zwar stattgefunden hat, der Nachweis und die Freigabe aber fehlen. Ein brauchbarer Trainingsplan verbindet deshalb Schulung, Arbeitsstandard und Betriebskennzahlen. Er zeigt, wer welches Modul absolviert hat, welche Kompetenz praktisch bestätigt wurde und ob Fehlerquoten oder Audit-Findings danach zurückgehen.
Der Plan sollte an den Arbeitsablauf anschliessen:
- Montag: 15 Minuten Kurzinput zu einem Qualitätsrisiko, einer Kundenanforderung oder der Tagesplanung.
- Mittwoch: 30 Minuten praktische Kontrolle am Objekt, etwa zur Sanitärreinigung, Tuchführung oder Materialdosierung.
- Freitag: 10 Minuten digitaler Wissenscheck mit Zuordnung zu Mitarbeitenden und Modul.
Diese Zeiten sind Planungswerte. Im Schichtbetrieb zählt die Wiederholung mehr als ein langer Einzeltermin, der wegen Einsatzdruck oder Ferien ausfällt. Reinraumteams brauchen dabei dokumentierte Freigaben für kritische Abläufe. In der Unterhaltsreinigung genügt häufig eine kürzere, objektnahe Prüfung. Bei der Bauabschlussreinigung sollte die Kontrolle Rückstände, Oberflächen und Abnahmebedingungen einbeziehen.
Dokumentation im Managementsystem
Die Schulungsdokumentation enthält mindestens:
- Mitarbeitende Person und Funktion
- Objekt oder Einsatzbereich
- Modul und Version
- Schulungsdatum und verantwortliche Person
- Ergebnis der praktischen Kontrolle
- offene Abweichung oder Nachschulung
- nächster Prüftermin
Ein Betrieb mit ISO-9001- und ISO-14001-Anspruch sollte diese Daten nicht in privaten Listen führen, sondern in ein zentrales Managementsystem integrieren, das Auditoren einsehen können. Dazu gehören auch Versionen, Freigaben und Nachweise zu Qualitäts- und Umweltmanagement, wie die Dokumentation von Qualitäts- und Umweltmanagement-Zertifizierungen beispielhaft zeigt.
Audit-Findings müssen zurück in den Trainingsplan fliessen. Taucht dieselbe Dosier- oder Kontrollabweichung an mehreren Objekten auf, braucht es eine Anpassung von Modul, Anleitung oder praktischer Prüfung. Einzelne Korrekturen lösen dann nur das sichtbare Symptom.
Bei Objektübergaben verlangen Kundschaft und Vergabestellen häufig nachvollziehbare Qualifikations- und Einweisungsnachweise. Eine sauber geführte Dokumentation belegt Kompetenz und verkürzt die Einarbeitungszeit neuer Mitarbeitender, weil offene Freigaben sofort sichtbar sind.
Evaluation mit Kennzahlen statt Bauchgefühl
Nach einer Schulung sind viele Teilnehmende zufrieden. Das sagt wenig darüber aus, ob sich die Arbeitsqualität verändert hat. Eine Betriebsleitung braucht Kennzahlen, die direkt mit Reklamationen, Kontrollaufwand, Personaleinsatz und Einarbeitung verbunden sind.
Vier Messgrössen liefern im Reinigungsbetrieb ein brauchbares Bild:
- Fehlerquote pro Objekt: Reklamationen, Nacharbeit, Glasflecken, Staubränder oder sichtbare Rückstände.
- Audit-Findings: Abweichungen aus internen und externen Kontrollen, nach Ursache und Schweregrad geordnet.
- Einarbeitungszeit: Zeitraum vom Eintritt bis zur selbstständigen und freigegebenen Objektübergabe.
- Wissensstand: Kurze digitale Tests vor und nach einem Modul, ergänzt durch praktische Beobachtung.
Jede Kennzahl braucht eine Definition. Eine Reklamation ist beispielsweise nicht dasselbe wie eine interne Feststellung der Objektleitung. Wenn Begriffe wechseln, entstehen scheinbare Verbesserungen, obwohl nur anders gezählt wird.
Eine kompakte Vorlage kann so aussehen:
| Kennzahl | Definition | Erfassung | Zielwert | Verantwortlich | Massnahme bei Abweichung |
|---|---|---|---|---|---|
| Fehlerquote | Reklamationen und Nacharbeit je Objekt | Monatlich | Unter 2 % | Objektleitung | Ursachenanalyse und gezielte Auffrischung |
| Audit-Findings | Kritische und wiederkehrende Abweichungen | Nach jeder Kontrolle | Keine offenen kritischen Findings | Qualitätssicherung | Modul oder Arbeitsanweisung anpassen |
| Einarbeitungszeit | Eintritt bis selbstständige Freigabe | Je Eintritt | Objektbezogen festlegen | Vorarbeit | Begleitung verlängern oder Lernziel prüfen |
| Wissensstand | Ergebnis aus Kurztest und Praxischeck | Vorher und nachher | Bestehen nach definierter Regel | Schulungsverantwortliche | Wiederholung mit anderer Methode |
Der Zielwert unter 2 % in der Fehlerquote ist dabei das konkrete Beispiel einer internen Steuerungsvorgabe, kein allgemeiner Branchenstandard. Wenn die Unterhaltsreinigung diesen Wert wiederholt überschreitet, sollte die Objektleitung nicht automatisch die Mitarbeitenden verantwortlich machen. Prüfen Sie zuerst Material, Zeitvorgaben, Arbeitsanweisung, Teamzusammensetzung und Kontrollqualität.
Für die Auswertung können Verantwortliche eine Datenanalyse für Reinigungsbetriebe nutzen, sofern die Daten aus dem operativen System vollständig und einheitlich erfasst werden. Eine Kennzahl ist nur dann hilfreich, wenn daraus eine Entscheidung folgt. Sonst entsteht Reporting ohne Führung.
Checkliste für den Start Ihres Schulungskonzepts
Generische Checklisten mit vielen Punkten sehen vollständig aus, helfen der Objektleitung aber wenig, wenn niemand für die Umsetzung zuständig ist. Eine brauchbare Startliste verbindet deshalb jeden Prüfpunkt mit einer verantwortlichen Rolle und einem Erledigungsdatum. Sie muss ausserdem die kritischen Übergänge abdecken, an denen Konzepte in der Praxis oft scheitern.
Zielgruppe und Inhalte
- Zielgruppenfreigabe: Profile für Unterhalt, Bau und Reinraum bestätigt. Eigentum: Bereichsleitung. Termin: vor dem Kick-off.
- Ist-Soll-Analyse: Vorerfahrung, Sprachen und Sicherheitsstatus erhoben. Eigentum: HR und Objektleitung. Termin: vor der Modulplanung.
- Lernzielkatalog: Lernziele nach Situation, Massnahme und Kontrolle formuliert. Eigentum: QS. Termin: vor der ersten Schulung.
- Pflichtmodule: Sicherheits-, Material- und Qualitätsmodule definiert. Eigentum: Fachverantwortung. Termin: vor der Freigabe.
- Bereichsmodule: Inhalte je Reinigungsart getrennt beschrieben. Eigentum: Operations. Termin: vor dem Pilot.
- Prüfkriterien: Praktische Freigabe und Wissenscheck festgelegt. Eigentum: Schulungsverantwortliche. Termin: vor dem Rollout.
Organisation und Ressourcen
- Methodenmix: Theorie, Praxis, On-the-job und E-Learning begründet kombiniert. Eigentum: Operations.
- Trainerrolle: Wer schult, beobachtet und korrigiert, ist benannt. Eigentum: Bereichsleitung.
- Materialien: Tücher, Mittel, Schutzausrüstung und Musterflächen sind freigegeben. Eigentum: Objektleitung.
- Mehrsprachigkeit: Lernunterlagen und Verständniskontrolle sind geprüft. Eigentum: HR.
- Mobiltest: E-Learning funktioniert auf den tatsächlich verwendeten Mobilgeräten. Eigentum: Administration.
- Zeitfenster: Schichtplan und Objektbetrieb lassen die Schulung realistisch zu. Eigentum: Einsatzplanung.
Audit und Verbesserung
- Trainingsplan: Wiederholungen und Auffrischungen sind terminiert. Eigentum: QS.
- Dokumentation: Teilnahme, Ergebnis, Version und Freigabe werden gespeichert. Eigentum: Administration.
- Kennzahlen: Fehlerquote, Audit-Findings, Einarbeitungszeit und Wissenstest sind definiert. Eigentum: Betriebsleitung.
- Feedback-Schleife: Rückmeldungen aus Team und Objektleitung fliessen zurück. Eigentum: Schulungsverantwortliche.
- Bereichsfreigabe: Die Bereichsleitung genehmigt Inhalt, Aufwand und Zuständigkeiten. Eigentum: Geschäftsführung.
- Soft Launch: Ein Pilotobjekt und ein konkreter Starttermin sind festgelegt. Eigentum: Operations.
Diese Liste funktioniert nur, wenn sie im Kick-off tatsächlich bearbeitet wird. Besonders häufig fehlen die Freigabe durch die Bereichsleitung, ein getesteter Zugriff auf mobilen Geräten oder eine klare Entscheidung, wer bei einer Abweichung nachschult. Solche Lücken wirken zunächst organisatorisch, zeigen sich später aber als Qualitätsproblem am Objekt.
Für ein Unternehmen mit eigenen Teams und unterschiedlichen Einsatzfeldern lohnt es sich, zunächst ein Pilotobjekt auszuwählen. Die Ergebnisse aus der ersten Durchführung sollten nicht kosmetisch, sondern inhaltlich ausgewertet werden: War das Lernziel verständlich? Hat die Praxiszeit gereicht? Konnte die Objektleitung das Ergebnis dokumentieren? Erst danach gehört das Modul in den verbindlichen Standard.
mr. clean AG verbindet Gebäudereinigung, Unterhalts- und Büroreinigung, Baureinigung sowie Reinraum- und Spezialreinigung mit strukturierten Schulungen, objektbegleitender Unterstützung und einem eigenen Qualitäts- und Kontrollsystem. Besprechen Sie Ihr Schulungskonzept, Ihre Qualitätskennzahlen und die Anforderungen Ihres Objekts direkt mit mr. clean AG, wenn Sie einen Facility-Service-Partner für Zürich und die ganze Schweiz suchen.



